Montag, 29. August 2016

[Rezension] Andere Umstände - Grit Poppe

Quelle: amazon.de
Preis: 4,99€ [D] Ebook
Verlag: //
Seiten: 410
Bewertung: 5/10
Kaufen könnt ihr es hier. 
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Klappentext: 

Mila Rosin weiß schon seit ihrem dreizehnten Lebensjahr ganz genau, was sie will: ein Kind. Als sie mit ihrem Baby auf dem Arm durch San Francisco schlendert, scheint sie am Ziel ihrer Wünsche.
Doch Mila ist auf der Flucht.
Denn weil die Welt ganz und gar nicht ihren Tagträumen entspricht und die Männer ihren Herzenswunsch nicht erfüllen wollten oder konnten, hat sie die Gegebenheiten rabiat und skrupellos verändert und ihre Ziele auf nicht gerade alltägliche Art umgesetzt. 
Dabei hat sie doch eigentlich nur erledigt, was sie erledigen musste - und daher keinerlei Gewissensbisse. (Quelle: amazon.de)

Zitate:
"Wir zogen an den grauen Häusern vorbei, und die Stadt erschien mir klein wie ein Puppenhaus oder wie eine Kulisse, die ich jahrelang für echt gehalten hatte. Alles nur Pappe! Der Wolf pustete und pustete, und die Schweinchen hatten keine Chance. Das Volk hier pustete und pustete seine Regierung davon. Wer hätte das gedacht." S.190/191

"Wir waren ein einziges Meer. Tausende von Tropfen, die sich in ein hohles Land ergossen. Unsere Wellen platschten gegen die, die am Rand standen." S.191

"Ohne ein Ich gäbe es wahrscheinlich kein Wir, aber bisher gab es jede Menge Ichs ohne ein Wir" S.205

Meine Meinung:
"Andere Umstände" wird aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Eine spielt in San Francisco in der Zukunft, die andere zum Zeitpunkt des Geschehens in der DDR.
In die Geschichte hineinzufinden, ist deshalb zuerst nicht ganz so einfach. Sich immer wieder bewusst zu machen, an welcher Stelle, welche Perspektive, geendet hat, gestaltet sich anfangs als doch etwas anstrengend und verwirrend.
Auch final kann ich sagen, dass mir die Szenen in San Francisco weniger gut gefallen haben, als die anderen, da in ihnen meist nicht allzu viel passiert.
Dennoch tragen sie zum Spannungsaufbau bei. In ihnen erfährt man von Morden in der Vergangenheit, die jedoch in der anderen Perspektive noch nicht angesprochen wurden. So rätselt man mit, wie es dazu kommen konnte und bleibt auch in Kapiteln dran, die nicht sehr ereignisreich sind. 

"Andere Umstände" ist eine Genremischung aus Schwarzer Kömodie, Krimi und Wenderoman. Ich habe schon einige von Grit Poppes Wenderomanen gelesen. In diesem spielt die historische Geschichte jedoch eine nicht ganz so wichtige Rolle.
Mila als Person, ihre Psyche und die daraus resultierenden Handlungen, stehen an erster Stelle, was sehr interessant zu verfolgen ist. Auch wenn ich mir manchmal mehr Erklärungen gewünscht hätte. Viele Hintergründe und Beweggründe bleiben unausgesprochen, sodass man Mila nicht immer verstehen kann. Vielleicht können das aber diejenigen, die mehr Kontakt mit der damaligen Zeit und deren Verhältnissen hatten.

Milas Geschichte ist ungewöhnlich und auch leicht skurril; ihre Beziehungen zu Männern mehr als ungesund. Vor allem die zu ihrer Jugendliebe werde ich wohl nie wirklich verstehen können.
Das Ende ist passend, aber auch relativ offen und nicht ganz zufriedenstellend. 


Fazit:
"Andere Umstände" ist vor allem eines: ungewöhnlich. Deshalb ist es sicherlich nicht für jeden etwas. Verschiedenen Zeitperspektiven erschweren den Einstieg und Beweggründe werden nicht immer erklärt, sodass Milas Handlungen etwas unklar bleiben können. Die Genremischung aus Krimi und Wenderoman, sowie skurrile Momente und schwarzer Humor, sorgen jedoch dafür, dass man auch in handlungsarmen Kapiteln immer weiterlesen möchte, um herauszufinden, wie es zu den Mordfällen kommen konnte. Und ob es schlussendlich ein Happy End für Mila gibt. 
Für Fans von besonderen Geschichten definitiv einen Blick wert!
Mich konnte es leider nicht komplett überzeugen.




5/10

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